Die Stellung der Frau in der zarathustrischen Lehre
Frauen haben in der zarathustrischen Lehre den hohen Rang, den sie auch verdienen. In dieser Lehre war diese Einstellung nie anders.
Die Frauen bewegten sich vollkommen frei, auch in dem Sinne, dass sie sich in der Gesellschaft nicht verhüllen mussten.
Sie waren den Männern gleichgestellt, genauso in der Lage, Grund und Boden zu besitzen, einem Beruf nachzugehen und eine Karriere zu
verfolgen wie die Männer auch. Sie konnten ihre Ehemänner auch juristisch-rechtlich vertreten.
Diese Tatsache der Gleichberechtigung war für die damalige Zeit eine außerordentlich ungewöhnliche Situation. In den restlichen Teilen der Welt galten Frauen als Sklavinnen, sie hatten buchstäblich nichts zu melden. Es gab kein anderes Land in der Welt, in dem Frauen in jeder Hinsicht eine so hohe und gleichberechtigte Stellung besaßen wie im damaligen zarathustrischen Iran. Der große griechische Historiker und Märchenerzähler Herodot erwähnt total verdutzt:
"Die Perser halten die gewaltsame Entführung einer Frau für eine Handlung böser Menschen".
Die persönliche Situation der Frau in der Familie und Gesellschaft ist so zu beschreiben, dass sie genauso wie ein Mann die
empfohlene Verpflichtung hat, für eine Familie Verantwortung zu übernehmen, also zu heiraten.
Wenn eine Frau mit einem Mann in einer partnerschaftlichen Beziehung lebt, sollte sie lieber mit ihm verheiratet sein.
Wenn sie dies nicht tut und trotzdem schwanger wird, ist dies keine moralisch-ethisch verwerfliche Situation. Die zarathustrische
Frau hat keine interfamiliäre und gesellschaftlichen Sanktionen zu befürchten. Sie ist keine Sünderin,
muss nicht büssen, und niemand wird sie anders behandeln als vorher.
Im Falle einer solchen aussehelichen Schwangerschaft sind die Eltern verpflichtet, das Mädchen weiter bei sich wohnen zu lassen,
für Sie und ihr Kind, bis dies volljährig ist, zu sorgen. Diese Verpflichtung scheint heute noch nicht ganz selbstverständlich,
war damals jedoch klar, dass dies von niemandem als Verpflichtung empfunden wurde.
Wie schon erwähnt, der idealfall ist, dass junge Menschen heiraten, eine grosse Familie gründen, bestrebt sind, Wohlstand und Harmonie zu
erzielen und aktiv am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben. Wohlstand ist der Lohn des aktiven, nützlichen Fleisses und keinesfalls zu verachten.
Schwangerschaftsunterbrechung ist eine eindeutig ungute Tat und wir als Sünde bezeichnet.
Stellung der Frau